Verantwortungsvolles Spielen: Hilfe und Grenzen
Kurz gesagt: Diese Seite enthält keine Werbung und keine Weiterleitung zu einem Anbieter. Wenn Sie das Gefühl haben, das Spielen nicht mehr steuern zu können, wählen Sie die kostenlose und anonyme Nummer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: 0800 1 37 27 00. Der Anruf ist aus dem Festnetz und aus allen Mobilfunknetzen gebührenfrei und erscheint auf keiner Rechnung.
Wo Sie sofort jemanden erreichen
Beratung zur Glücksspielsucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: 0800 1 37 27 00. Kostenfrei, anonym, aus dem Festnetz und aus Mobilfunknetzen. Beraten werden Spielende selbst und ebenso Angehörige, die nicht weiterwissen.
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 sowie 0800 111 0 222. Beide Nummern sind rund um die Uhr erreichbar, kostenfrei und anonym – auch dann, wenn es nicht allein ums Spielen geht, sondern um Schlaflosigkeit, Schulden oder Streit in der Familie.
Suchtberatungsstellen vor Ort gibt es in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und von einer Krankenversicherung unabhängig. Dort finden Sie auch Unterstützung bei Schulden, die aus dem Spielen entstanden sind – ein Punkt, der die meisten Betroffenen stärker belastet als das Spielen selbst.
Selbsthilfegruppen arbeiten bundesweit und anonym. Viele Betroffene berichten, dass der Austausch mit Menschen in derselben Lage mehr bewirkt hat als jeder gefasste Vorsatz, weil dort niemand etwas erklären muss.
Ein praktischer Hinweis zum ersten Anruf: Es ist nicht nötig, vorher eine Entscheidung getroffen zu haben. Eine Beratung dient genau dazu, sich eine Lage von außen ansehen zu lassen, bevor etwas entschieden wird.
Die Selbstsperre über OASIS
Die zentrale Sperrdatei für Glücksspiel in Deutschland heißt OASIS und wird vom Regierungspräsidium Darmstadt geführt. Ein Eintrag wirkt bei allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis gleichzeitig – im Internet ebenso wie in Spielhallen und Spielbanken. Der Abgleich mit der Datei gehört zu den Pflichten jedes erlaubten Anbieters.
Eine Sperre lässt sich selbst beantragen. Sie kann auch von anderen veranlasst werden, etwa von Angehörigen oder vom Anbieter selbst, wenn Anhaltspunkte für ein problematisches Spielverhalten vorliegen. Beide Wege führen zum gleichen Eintrag und zur gleichen Wirkung.
Ist der Eintrag erfolgt, läuft die Sperre mindestens drei Monate und endet nicht von selbst. Sie wird erst auf Antrag und erst nach Ablauf dieser Frist wieder aufgehoben. Diese Hürde ist absichtlich eingebaut: Eine Entscheidung, die in einem klaren Moment getroffen wurde, soll nicht in einem unklaren Moment rückgängig gemacht werden können.
Häufig verwechselt wird OASIS mit dem Länderübergreifenden Glücksspielaufsichtssystem, kurz LUGAS, das die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt. Letzteres sperrt niemanden; es zählt Einzahlungen und erfasst laufende Sitzungen. Die Sperrdatei ist eine Tür, das Aufsichtssystem ein Zähler – der Unterschied ist unter Rechtsrahmen ausführlich beschrieben.
Ein Punkt, der ausdrücklich dazugehört: Eine Sperre greift nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Angebote ohne diese Erlaubnis sind an die Datei nicht angeschlossen. Wer sich sperren lässt und anschließend dort weiterspielen kann, hat keinen Ausweg gefunden, sondern den eigenen Schutz umgangen. Das ist einer der Gründe, warum die Erlaubnisfrage auf diesen Seiten so viel Platz einnimmt – nachzulesen unter Lizenz prüfen.
Grenzen, die sofort wirken
Bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis lassen sich im Konto Grenzen hinterlegen. Eine Senkung wirkt unmittelbar, ohne Prüfung und ohne Wartefrist. Das ist der schnellste wirksame Schritt, den es gibt, und er dauert keine fünf Minuten.
- Einzahlungslimit. Es lässt sich jederzeit unter den gesetzlichen Regelwert von 1.000 Euro pro Monat setzen – auf jeden Betrag, der zum eigenen Haushalt passt. Eine Erhöhung dagegen setzt eine Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus und dauert; diese Asymmetrie ist beabsichtigt.
- Verlust- und Einsatzgrenzen, soweit der Anbieter sie anbietet. Eine Verlustgrenze greift früher als ein Einzahlungslimit, weil sie nicht erst beim Nachlegen wirkt.
- Sitzungsdauer. Eine Zeitgrenze pro Sitzung ist oft wirksamer als jede Geldgrenze, weil die Entscheidung dann nicht vom Spielverlauf abhängt.
- Auszeit. Eine Pause von einem Tag bis zu mehreren Wochen, ohne die Hürden einer vollständigen Sperre. Für viele ist das der passende erste Schritt.
Zwei Beobachtungen aus der Beratungspraxis sind dabei hilfreich. Erstens wirken Grenzen am besten, wenn sie in einem ruhigen Moment gesetzt werden – nicht nach einem Verlust und nicht nach einem Gewinn, weil in beiden Lagen die Einschätzung verschoben ist. Zweitens hilft es, die Grenze so zu wählen, dass sie im Alltag tatsächlich greift; eine Grenze, die nie erreicht wird, verändert nichts.
Nützlich ist außerdem zu wissen, wie der gesetzliche Rahmen hier mitwirkt. Das Einzahlungslimit gilt nach § 6c des Glücksspielstaatsvertrags 2021 anbieterübergreifend, also über alle erlaubten Anbieter zusammen. Ein zusätzliches Konto bei einem weiteren Anbieter schafft daher keinen zusätzlichen Rahmen – der Zähler gehört zur Person.
Warnzeichen
Die folgenden Punkte sind keine Diagnose und keine Checkliste mit Punktwertung. Sie sind das, was in Beratungsstellen am häufigsten geschildert wird, und sie lohnen eine ehrliche Antwort an sich selbst – ohne Zuschauer.
- Es wird länger gespielt oder mit höheren Beträgen als vorher vorgenommen.
- Verluste werden noch am selben oder am folgenden Tag zurückzuholen versucht.
- Für das Spielen wird Geld geliehen, oder Rechnungen werden dafür aufgeschoben.
- Gegenüber Angehörigen wird das Ausmaß kleingeredet oder verschwiegen.
- Gedanken ans Spielen begleiten den Tag, auch während der Arbeit oder nachts.
- Ohne Spielen entstehen Unruhe, Gereiztheit oder Leere.
- Es wird nach Wegen gesucht, selbst gesetzte oder gesetzliche Grenzen zu umgehen.
- Das Spielen findet zunehmend allein und zu Zeiten statt, in denen niemand davon erfährt.
Trifft mehreres davon zu, ist ein Anruf bei der Beratung der sinnvollste nächste Schritt. Nicht, weil damit etwas entschieden wäre, sondern weil ein Blick von außen an dieser Stelle mehr leistet als ein weiterer Vorsatz. Der letzte Punkt der Liste verdient besondere Aufmerksamkeit: Die Suche nach Umgehungen ist in der Beratung ein deutlicheres Zeichen als die Höhe der Einsätze.
Für Angehörige
Die häufigste Frage von Angehörigen lautet, ob sie Schulden ausgleichen sollen. Beratungsstellen raten in der Regel davon ab, und zwar aus einem nachvollziehbaren Grund: Ein ausgeglichener Schuldenstand nimmt den äußeren Druck, der oft der Anlass für eine Veränderung ist, und die Schulden entstehen in der Mehrzahl der Fälle erneut.
Was stattdessen hilft, beginnt fast immer mit demselben Schritt: eigene Beratung in Anspruch nehmen, auch ohne die betroffene Person und auch dann, wenn diese nichts davon wissen soll. Die Nummer 0800 1 37 27 00 ist ausdrücklich auch für Angehörige da, und das Gespräch ist anonym.
Konkret entlastend sind drei Dinge: eigene Finanzen trennen, damit Zugriff nicht unbemerkt möglich ist; Absprachen schriftlich festhalten, damit sie nicht im Streit neu verhandelt werden; und sich von der Vorstellung lösen, die Entscheidung zur Veränderung herbeiführen zu können. Letzteres ist der schwerste Punkt und wird in Beratungsgesprächen am häufigsten besprochen.
Angehörige können unter bestimmten Voraussetzungen einen Sperreintrag in OASIS für eine andere Person anstoßen. Welche Nachweise dafür nötig sind und wie das Verfahren abläuft, erklären die Beratungsstellen und das Regierungspräsidium Darmstadt. Auch hier gilt: Die Sperre wirkt bei allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis gleichzeitig und läuft mindestens drei Monate.
Weshalb hier nicht geworben wird
Dieses Angebot enthält an anderen Stellen gekennzeichnete Werbung, und das ist im Impressum offengelegt. Hier dagegen fehlt sie absichtlich: kein Werbeblock, keine Schaltfläche, kein Weg zu einem Anbieter.
Der Grund ist einfach: Wer diese Seite öffnet, sucht kein Angebot. Eine Werbeplatzierung hier würde dem Zweck der Seite zuwiderlaufen, und sie wäre auch dann falsch, wenn sie zulässig wäre. Aus demselben Grund enthält diese Seite keine Hinweise darauf, wo sich bestimmte Grenzen besonders leicht umgehen lassen.
Zum Schluss eine Einordnung, die zum Thema dieser Website gehört. Der deutsche Rahmen ist langsam und umständlich: ein Euro Höchsteinsatz je Spiel, mindestens fünf Sekunden je Runde, kein selbsttätiger Rundenstart, kein gleichzeitiges Spiel an mehreren Automaten, eine Pflichtpause nach einem bestätigten Warnhinweis und ein gemeinsames Einzahlungslimit über alle erlaubten Anbieter. Genau diese Umständlichkeit ist der Schutz. Fällt sie weg, fällt sie vollständig weg.
Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren zulässig. Spielen Sie nur mit Beträgen, deren Verlust Sie verkraften, und nur, solange es Ihnen Freude macht. Wenn das nicht mehr zutrifft, ist der Anruf unter 0800 1 37 27 00 kostenlos und anonym.
Zuletzt geprüft am 2026-10-27 · 18+ · Verantwortungsvolles Spielen